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20% Lohnkürzung- Normalität!
Heute geistert die Nachricht durch die Medien, VW-Arbeitern stünde eine Lohnkürzung von 20% bevor. Viele Beschäftigte anderer Branchen können über diese Nachricht eigentlich nur noch lachen (sofern sie noch über diesbezüglich bewegliche Gesichtsmuskeln verfügen), gesetzt den Fall sie kommen überhaupt vor lauter Nebenjobs dazu, die Nachrichten zu verfolgen.
Und wenn sie die Nachricht lesen, dann weicht das anfängliche ironische Lachen schnell berechtigtem Ärger. “Der VW-Arbeiter ist eine Nachricht wert, mein Schicksal unbedeutend und totgeschwiegen.”
Ich greife hier mal die tausenden Sozialarbeiter, Erzieher, Sozialpädagogen usw. auf, die bei den zahlreich im Lande vertretenen Bildungsträgern arbeiten. Diese haben unbemerkt von der “breiten” Öffentlichkeit, in den letzten Jahren Lohnkürzungen von bis zu 40% erfahren. In der Regel gilt der Spruch: je größer und renomierter der Träger, desto größer die Lohneinbusen. Was daran liegt, dass die großen über einen großen Wasserkopf verfügen und dann mal z.B. 30% der Erlöse für eben diesen Gammelkopf abzweigen. Da bedingt durch wettbewerbliche Ausschreibungen nur noch geringe Pauschalen für Bildungsmaßnahmen (abH, BVB....) erzielt werden, blutet das “gemeine” Personal. Bluten meint hier mittlerweile gängige Bruttogehälter von 1300-1500 EURO Brutto/Monat, Weihnachts- und Urlaubsgeld was ist das?
Viele meiner Kollegen sind mittlerweile auf 1-2 Nebenjobs angewiesen, was sich natürlich nicht unbedingt positiv auf die in der Haupttätigkeit zu erbringende Leistung bemerkbar macht (Motivation=0).
Angestellten anderer Branchen wird selbst bei den hier genannten Zahlen nicht ein Funke des Mitleids entspringen. Als Beispiel seien hier tausende Beschäftigte in deutschen Callcentern genannt, die sich noch mit weniger als Elend zufrieden geben müssen.
Hab ich den einen Sprung in meiner geschädigten Großhirnrinde, oder läuft hier ein Film von M. Moore? Verzichten Vermieter demnächst auf 20% Miete, verkauft der Wasserkopf demnächst Porsche und Daimler und fährt Opel Corsa? Gibt es Rettung bei gewerkschaftlich eigenen oder der Kirche angehörigen Betrieben? Oder hat man da auch schon den Spagat zwischen moralisch/menschlichen Anspruch und Wirtschaftsdenken entdeckt?
Aber solange die Presse weiterhin Super-Kanzlerin-Merkel aufbaut, solange gibt es wohl auch nichts, worüber es sich zu berichten lohnt. Wobei keine Nachrichten immer noch die besten Nachrichten sind, oder?
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